Nürnberg Digital Festival REMOTE – endlich richtig digital!

Nürnberg Digital Festival REMOTE – endlich richtig digital!

Lesedauer: 4 Minuten

Vom 9. bis 17. November ist es soweit: Das Nürnberg Digital Festival geht wieder an den Start. Wegen des Lockdowns war der Startschuss in den Herbst verschoben worden, doch jetzt startet das beliebte Festival komplett digital durch. Auch wenn in diesem Jahr einiges anders ist. Was genau, erzählt Ingo Di Bella, Initiator des Festivals.

Initiator des Nürnberg Digital Festivals Ingo Di Bella © Di Bella

Großveranstaltungen sind ja weiterhin verboten, deshalb habt ihr euch entschlossen, das Festival heuer remote zu veranstalten. Nürnberg Digital Festival goes digital – das dürfte doch eigentlich gar kein Problem für euch sein, oder?

Das denken viele – und liegen damit aber nur zum Teil richtig. Denn wir sind ja eigentlich nur eine organisatorische Plattform, keine technische! Das wird häufig vergessen. Unsere Funktion kann man ganz gut mit einer Hotelplattform wie hotel.de vergleichen: die betreibt ja auch selbst kein Hotel, sondern bringt Gäste und Hotels zusammen. Und unser Festival eben Unternehmen, Einzelpersonen und sonstige Akteure der digitalen Community. Insofern übernehmen wir in diesem Jahr eine völlig neue Rolle – nämlich die des digitalen Eventveranstalters statt die des Vermittlers.

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Das bedeutet, dass wir erstmals eine Agenda aufsetzen, Speaker gezielt einladen, Themenschwerpunkte festlegen, einen roten Faden entwickeln. Bisher ist das alles organisch gewachsen – und jeder ist zu der Veranstaltung gegangen, die ihn interessiert hat bzw. hat angeboten, was er für wichtig empfand. Will man das digital anbieten, muss man bündeln. Das ist deutlich mehr Arbeit für uns.

© Jolanta Dworczyk / Nürnberg Digital Festival

Ist diese Art von Veranstaltungsorganisation nicht ein bisschen zu sehr Old School für Euch?

Vielleicht auf den ersten Blick – tatsächlich ist es für uns einfach spannend zu überlegen, wie wir das #nuedigital Festival-Feeling auch REMOTE rüberbringen. Dabei versuchen wir dennoch – im Rahmen dieser Vorgaben – auch in diesem Jahr eine Un-Konferenz auf die Beine zu stellen: möglichst offen, möglichst frei, bottom-up und hoffentlich auch ein bisschen chaotisch und improvisiert. Ganz im Barcamp-Spirit. Letztes Jahr hatten wir fünf Barcamps beim #nuedigital Festival am Start, und diese Zahl möchten wir 2020 in Form von virtuellen Barcamps weiter ausbauen. Deshalb haben wir auch in den letzten Monaten gezielt Kontakt zu den vielen Barcamp-Teams in der Metropolregion Nürnberg aufgenommen.

Die Idee: alle bereits existierenden Barcamps klinken sich in‘s #nuedigital Festival ein – das ergäbe eine enorme Themenbandbreite für ganz verschiedene Zielgruppen. Und praktisch für uns: die meisten Barcamps verfügen bereits über eine eigene digitale Plattform, sodass wir hier nur im Einzelfall beraten müssen. Wir wollen ganz Deutschland zeigen, wie aktiv die Community hier ist – und das hätte natürlich noch einmal mehr Strahlkraft über die Region hinaus.

© Anika Maaß / Nürnberg Digital Festival

Wie stellt ihr aber – rein technisch gesehen – die Interaktivität sicher? Es ist doch so, dass bei den vergangenen Veranstaltungen auch das Networking eine große Rolle spielte?

Als Organisatoren versuchen wir darauf hinzuwirken, dass möglichst alle digitalen Veranstaltungen auf einer Plattform stattfinden, die viele interaktive Elemente anbietet. Wir haben uns für hopin entschieden – das ermöglicht zum Beispiel eine Art „Chatroulette“ zum Netzwerken, Umfragen oder den Austausch in einem virtuellen Ausstellungsraum.

Mit welchen weiteren Herausforderungen habt ihr es in diesem Jahr zu tun?

Die größte Herausforderung ist sicherlich der eigene Anspruch: Wenn man schon Nürnberg DIGITAL Festival heißt, will man natürlich das Festival-Feeling auf bestmögliche Weise in die Wohnzimmer transportieren. Hinzu kommt, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Teilnehmer am Bildschirm deutlich kürzer ist – darauf müssen sich die Referenten und Organisatoren einstellen. Und an jeder Session können maximal 500 Personen teilnehmen, für die meisten Formate ist das zwar vollkommen ausreichend, aber eben nicht für jedes. Vor allem die Vorträge unserer Keynote-Speaker waren bei den Live-Veranstaltungen immer komplett ausgebucht, da kann heuer leider nicht jeder dabei sein.

Gleichzeitig ist es so, dass wir sehr viele Session-Angebote haben, viel mehr, als wir Slots zur Verfügung stellen können. Es war schwer für die Jury, hier zu entscheiden, wer dabei ist und wer nicht. Rund 100 Vorträge sind digital geplant – hinzu kommen die verschiedenen Barcamps. Schön ist aber, dass wir wieder alle Digitalthemen im Festival bündeln können: Tech, genauso wie Business und Gesellschaft. Wenn es nach mir ginge, dürfte allerdings ruhig noch ein bisschen mehr „Nerd Stuff“ dabei sein (lacht). Denn da kommen wir schließlich her – von der Hightech-Sparte.

#nuedigital 2019 © Nürnberg Digital Festival

Und die Sponsoren?

Die verhalten sich extrem solidarisch, das hat uns wirklich überrascht und natürlich riesig gefreut. Zwar sind ein paar Unternehmen beim Wechsel auf das Digitalformat in diesem Jahr abgesprungen – aber die haben sich dann gleich für das Jahr 2021 verpflichtet, was ja auch schon hilft. Zwei Drittel der Sponsoren aber sind an Bord geblieben, und das, obwohl ihre Erwartungen an ein rein digital durchgeführtes Event zunächst geringer waren. Wir aber sehen genau das als Chance: zu zeigen, was digital alles möglich ist.

Toll war, dass einige Sponsoren auch thematisch sehr aktiv geworden sind. Daraus hervorgegangen sind beispielsweise das FinsurTech Fantasy-Event und der eCommerce Day mit jeweils einem Tag voller Sessions und Vorträge. Ein völlig neues Format: das Festival im Festival! Wir haben also wieder ein starkes Team am Start – jetzt bin ich gespannt, wie viele Teilnehmer in diesem Jahr beim Nürnberg Digital Festival dabei sind. Letztes Jahr waren es 17.000 – Leute: wir zählen auf euch!

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Titelbild: © Nürnberg Digital Festival

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