Wasserstoff - Treiber einer nachhaltigen Mobilität

Wasserstoff - Treiber einer nachhaltigen Mobilität

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Alternative Antriebstechnologien ermöglichen zukünftig eine klimaneutrale Mobilität. In Nürnberg setzt ein Netzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik auf Wasserstoff als Impulsgeber für die durch Corona-Krise und Klimawandel herausgeforderte Automobilindustrie.

Automotive Standort Europäische Metropolregion Nürnberg: Stark – in Bewegung

In Stadt und Metropolregion Nürnberg sind rund 500 Unternehmen in der Automobilzulieferindustrie tätig. Sie beschäftigen über 100.000 Menschen. Das entspricht 10 Prozent aller Automotivebeschäftigten in Deutschland. Hinzu kommen in der Region Kompetenzen in Bahntechnik, Antriebstechnik (Nutz- und Schienenfahrzeuge) und intelligenter Verkehrstechnik. Namhafte Unternehmen sind MAN, Vitesco, Bosch, SCHAEFFLER, ZF, Baumüller oder LEONI.

© Alisa Zellner / EnCN

Bereits vor der Corona-Krise befand sich die Automobilindustrie in schwerem Fahrwasser. Die anstehenden Technologiesprünge in digitaler Transformation und alternativen Antrieben verlangen große Anstrengungen, die Absatzmärkte waren zuletzt stark volatil. Die Corona-Krise hat die Situation noch einmal verschärft. Gefragt sind jetzt – mehr denn je – Zukunftsperspektiven für Deutschlands Leitindustrie. Große Chancen werden Wasserstoff als zukunftsfähiger Antriebstechnologie zugerechnet. Nürnberg will bayerische Leitregion für Wasserstoff werden und alle Potenziale dieser Technologie für Wertschöpfung und Beschäftigung ausschöpfen. Nürnberg punktet dabei mit profilierter Forschung und als Netzwerkknoten für bayerische Technologieprojekte.

© Alisa Zellner / EnCN

Zentrum Wasserstoff.Bayern – Netzwerkknoten für eine Bayerische Wasserstoffwirtschaft

Mit der Ansiedelung des Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B) im Jahr 2019 wurde Nürnberg zum zentralen Netzwerkknoten für die Bayerische Wasserstoffwirtschaft aufgewertet. Das Zentrum war maßgeblich an der Entwicklung der bayerischen Wasserstoffstrategie beteiligt und koordiniert gegenwärtig die Erstellung der bayerischen Wasserstoff-Roadmap. Zudem ist es Träger des Wasserstoffbündnis Bayern, in dem sich führende Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen haben, um die Technologie voranzutreiben. Hierzu gehört auch die Koordination großer industrieller Demonstrationsprojekte. Eine Anlaufstelle für mittelstandsgetriebene Projekte ist das regionale Energietechnikcluster ENERGIEregion Nürnberg e.V..

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Als starke Plattform für die Vernetzung wurde der HYDROGEN DIALOGUE ins Leben gerufen. Der nächste Fachkongress mit angeschlossener Ausstellung im November 2022 punktet mit hochkarätigen Sprechern, einem Technologieüberblick in der Fachausstellung und vielfältigen Möglichkeiten zum Austausch. Der HYDROGEN DIALOGUE wird als hybrides Format digital und im Messezentrum Nürnberg veranstaltet.

© Hydrogen Dialogue / NürnbergMesse GmbH

Spitzenforschung für Wasserstoffanwendungen

Am Standort hat sich ein Spitzen-Forschungs- und Entwicklungs-Cluster um den Energie Campus Nürnberg (EnCN) und das Helmholtz Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN) ausgebildet. Schwerpunkt der Expertise liegt in der Wasserstoffspeicherung in Flüssigkeiten, den sogenannten Liquid Organic Hydrogen Carriers (LOHCs). LOHCs bieten neue Ansatzpunkte für die Wasserstofflogistik sowie für stationäre und mobile Anwendungen. Die Forschungsexpertise wird in den nächsten Monaten weiter ausgebaut. So bauen die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (die zum EnCN-Verbund gehört) und die Technische Universität München eine enge Kooperation mit sieben neuen Professuren in der Wasserstoffforschung auf. Im Rahmen der Hightech Agenda Plus des Freistaats Bayern ist zudem ein Wasserstoffcluster Metropolregion Nürnberg angekündigt. Die Region stärkt ihre Wasserstoffkompetenzen. Jüngstes Beispiel hierfür ist der MAN Wasserstoff-Campus. Der Fahrzeughersteller MAN beschreitet neue Wege der Kooperation in Forschung und Entwicklung. In einem Labor auf dem Firmengelände arbeiten zukünftig Forscherinnen und Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg gemeinsam mit MAN an Wasserstofftechnologien, um den Schwerlastverkehr zu dekarbonisieren.

Begleitet werden der Ausbau von Vernetzung und Wissenschaft von einer aktiven Wirtschaftspolitik vor Ort. Die Wirtschaftspolitik steht im laufenden Austausch mit den lokalen Automotiveunternehmen.

LOHC-Wasserstoffspeicherung EnCN © EnCN

Erste Wasserstoffprojekte weisen den Weg

Erste Wasserstoffprojekte in der Europäischen Metropolregion Nürnberg zeigen die Chancen der Wasserstofftechnologie auf. Gegenwärtig laufen in der Region u.a. Forschungsprojekte zur Verbesserung von Elektrolyseuren, zur Wasserstoffspeicherung in LOHCs, zur Verwendung von Wasserstoff in industriellen Prozessen, zu synthetischen Kraftstoffen und zur Entwicklung eines LOHC-Wasserstoffzugs. Einer der größten Wasserstofferzeugungsanlagen wird gegenwärtig im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge errichtet.

Einen Überblick über die Aktivitäten und Ansprechpartner in der Region bietet das Factsheet Wasserstofftechnologien – Forschung, Vernetzung, Förderung in der Europäischen Metropolregion Nürnberg.

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Titelbild: © Kevin Altmann / EnCN

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