Unternehmensgründer aufgepasst: Mieten statt kaufen!

Unternehmensgründer aufgepasst: Mieten statt kaufen!

Nürnberg hat in puncto Sharing Economy einige interessante Angebote parat, darunter beispielsweise das FabLab, in dem sich unter anderem Bastler und andere am Handwerken Interessierte ausprobieren dürfen.
Ein Angebot mit ähnlicher Ursprungsidee, allerdings im hochspezialisierten, energie-technologischen Bereich winkt seit Beginn des Jahres auch Unternehmensgründern. Die Online-Plattform „Anwenderzentrum Energieforschung“ verfolgt das Ziel, Startups einen leichteren Zugang zur technischen Infrastruktur zu ermöglichen, die sie für die Umsetzung ihrer Geschäftsidee benötigen. Dort werden Maschinen zur kurzzeitigen Nutzung und Dienstleistungen z.B. für die Produktion von Prototypen oder zu Testzwecken, angeboten. Mit einer solchen Starthilfe können sich Unternehmensgründer in Nürnberg voll und ganz auf die Realisierung ihrer Ideen konzentrieren.

ZAE Bayern/Zuverlaessigkeitstest (Damp/Heat) in Klimakammer.
„Der Bereich Erneuerbare Energien des ZAE Bayern betreibt angewandte Energieforschung im Bereich der Photovoltaik.“
Foto: Kurt Fuchs/ ZAE Bayern

Herz auf dem AEG Areal

Gerade in technologieintensiven Branchen muss zum Start oftmals entsprechend Kapital vorhanden sein, um die eine oder andere Anschaffung, ohne die ein Produkt oder ein Service gar nicht erst entstehen könnte, finanzieren zu können. Zündende Ideen können daher auch mal im Sand verlaufen, weil einfach nicht genug Geld da ist. Das Energie-Technologische Zentrum, auch „etz 2.0“ genannt, bietet eine Online-Plattform, über die man Technik und benötigte Dienstleistungen anmieten kann, was insbesondere für junge Gründer mehr Flexibilität und einen größeren finanziellen Spielraum mit sich bringt. Gegründet wurde das etz 2.0 im Jahr 2001 in der Landgrabenstraße, vor rund drei Jahren bezog es seinen Zweitstandort auf dem ehemaligen AEG-Gelände. Das Equipment, das gemietet werden kann, stammt dabei von wissenschaftlichen Einrichtungen, die sich zum Teil ebenfalls auf dem AEG-Areal befinden. Dazu gehören beispielsweise der Energie Campus Nürnberg und die mit ihm verbundenen Lehrstühle der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg sowie Lehrstühle der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm. Diese wissenschaftlichen Einrichtungen sind sozusagen das „Herz“ – sie stellen unterer anderem „Auf AEG“ die notwendigen Labore, Tools und technischen Einrichtungen zur Verfügung, wenn die Maschinen nicht durch die Hochschulen selbst genutzt werden.

ZAE Bayern/ IR-optische Untersuchung von PV Modulen
„Der Bereich Erneuerbare Energien des ZAE Bayern betreibt angewandte Energieforschung im Bereich der Photovoltaik.“
Foto: Kurt Fuchs/ ZAE Bayern

Mit wenigen Klicks zum begehrten
High-End-Gerät

Und so kommt man an die High-Speed Kamera, den Salzsprühnebel- und Kondenswassertester, verschiedene Lötanlagen, einen Lastwechselprüfstand oder den 3D-Drucker seiner Wahl: Über das Portal http://anwenderzentrum.etz-nuernberg.de/ gelangt man direkt auf die etz-Seite mit Suchfunktion. Zwei Auswahlboxen helfen bei der Recherche: Zum einen mit einer Suche nach Kategorien, darunter z.B. Elektronikproduktion, 3D-Scan, Produktionsanlagen oder Spektroskopie. Die Suche lässt sich weiter eingrenzen, z.B. nach Feldmessung, Qualitätskontrolle oder Architektur. Nach Auswahl erhält der Nutzer eine kurze Funktionsbeschreibung und den für das Leihangebot zuständigen Ansprechpartner. Konkrete Nutzungsbedingungen, technische Details und die Höhe der Leihgebühr werden dann im direkten Kontakt weiter besprochen.
Zwar befindet sich die Plattform noch im Ausbau, aber das Angebot wird kontinuierlich erweitert. Und sollte jemand nicht fündig werden, kann das etz auch per Kontaktformular angesprochen und das Gesuchte geschildert werden.
Auch wenn (noch) nicht jedes gewünschte Gerät auf Anhieb verfügbar ist – mit der Plattform ist es dem etz bereits jetzt gelungen, den Austausch zwischen Forschung und Wirtschaft weiter zu intensivieren und vor allem Jungunternehmer dabei zu unterstützen, die Kosten notwendiger Investitionen überschaubar zu halten.

Titelbild: © Kurt Fuchs/ ZAE Bayern – ZAE Bayern/ Messung der Leistungsparameter von Solarmodulen am Flasher im akkreditierten Prueflabor

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